Vorstellung der Trainer

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Bureau Veritas Deutschland Training – Lernen Sie unsere Trainer*innen kennen

Jan. 11 2021

Bureau Veritas ist eine der weltweit führenden Trainingsorganisationen auf dem Gebiet der Managementsysteme. Wir bieten über 3.500 Seminare in den Bereichen Qualität, Umwelt, Gesundheit und Sicherheit in mehr als 70 Ländern an. 

Unsere Referenten*innen durchlaufen ein aufwendiges Qualifizierungsprogramm und besitzen langjährige Erfahrungen in der Durchführung von Seminaren.

Einen unserer Trainer sowie seine Kurse wollen wir mit einem kurzen Interview vorstellen.

Dr. Pautmeier

Herr Dr. Pautmeier ist seit über 20 Jahren Trainer für Bureau Veritas tätig und gibt Schulungen überwiegend im HSE Bereich. Er ist IRCA zugelassener Trainer für ISO 14001 und ISO 50001.

Herr Dr. Pautmeier, in welchen Kursen sind Sie bei Bureau Veritas aktuell als Dozent tätig?

In den letzten Jahren habe ich sowohl offene Seminare als auch Inhouse-Schulungen betreut, die sich  durch die Änderungen der Normen ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001 und ISO 50001 ergeben haben. Dazu gehören einfache Tages-Refresher-Seminare bis hin zu mehrtägigen Auditorenausbildungen. Im Moment liegt der Schwerpunkt auf dem Thema Energiemanagement und der Norm ISO 50001 für die Einführung eines Energiemanagementsystems (EnMs). Hinzu kommen Inhouse-Trainings im Bereich Arbeitssicherheit / ISO 45001. Alle Seminare auf Deutsch oder Englisch, je nach dem, was gewünscht wird.
Alle Trainings können situationsbedingt auch online angeboten werden.

Welche Zielgruppen sind in Ihren Seminaren vertreten?

Das Spektrum ist relativ groß. Grundsätzlich ist hier zu unterscheiden zwischen Update Seminaren, bei denen der Schwerpunkt auf der jeweiligen Neuerung zur Vorgängerversion der Norm liegt und Auditorenausbildungen. An den Update Seminaren nehmen überwiegend Mitarbeiter teil, die sich entweder mit den Managementsystemen in ihrem Unternehmen beschäftigen, Sicherheitsfachkräfte, die die Norm ISO 45001 verstehen wollen oder im Bereich Energiemanagement die Mitglieder des Energieteams. In der Regel sind letztere Mitarbeiter aus dem Facility Management oder aus der Instandhaltung.

Bei den Auditorenausbildungen gilt es grob zwei Gruppen zu unterscheiden: Auditorenkollegen von Bureau Veritas bzw. anderen Zertifizierungsgesellschaften oder solche, die sich zum 3rd Party Auditor qualifizieren wollen und als zweite Gruppe die internen Auditoren. Die erste Gruppe besucht in der Regel die IRCA Seminare, die zweite Gruppe die Seminare für 1st, 2nd party Auditoren.

Worin unterscheiden sich diese zwei genannten Gruppen der Auditorenausbildungen?

IRCA-CQI Seminare sind akkreditierte Seminare, d.h. sie werden auf Basis eines von IRCA-CQI entwickelten Regelwerks entworfen und geprüft, sowohl bzgl. der Unterlagen als auch der Durchführung. Die Prüfungen sind sehr anspruchsvoll und werden durch zwei von IRCA-CQI zugelassenen Prüfern bewertet. IRCA-CQI Ausbildungen sind optimal für Zertifizierungsauditoren aufgebaut und werden von allen weltweit zugelassenen Zertifizierungsgesellschaften anerkannt.

Bei Ausbildungen zum internen Systemauditor (beim Energiemanagement nicht zu verwechseln mit dem Energieauditor) werden die Inhalte in der Regel zusammen mit dem Dozenten entwickelt. Ähnlich wie auch in den akkreditierten Kursen, werden die Normen durch verschiedene Lernmethoden vermittelt. Dabei liegt der Schwerpunkt aber nicht nur bei Planung und Durchführung von Audits, sondern auch auf der praktischen Umsetzung. Im Auditierungsteil wird weniger auf die Vorgaben der ISO 17021 eingegangen, sondern eher gezielt auf die internen Audits in Anlehnung an die ISO 19011. Die Prüfung ist dem Kurs angemessen und hat das Ziel, die Wirksamkeit des Lehrgangs zu demonstrieren. Zeit zum Üben der Prüfung anhand von Prüfungsbeispielfragen, wie bei IRCA Lehrgängen üblich, ist nicht erforderlich und kann für praktische Beispiele genutzt werden. Beide Ausbildungsmethoden haben ihre Berechtigung.

Sie sind auch Herausgeber des Werks „Praxis Energiemanagement“. Was bieten Sie noch für Seminare im Bereich Energiemanagement an?

Im Energiemanagement ist der Anspruch an den Nachweis der Verbesserung der sog. energiebezogenen Leistung hoch. Dies kann maßnahmenbezogen erfolgen (bottom up), aber auch bereichsbezogen (top down). In beiden Fällen müssen geeignete Leistungskennzahlen, sog. EnPIs entwickelt werden. Einige Unternehmen konzentrieren sich lediglich auf den maßnahmenbezogenen Ansatz.

Dies allein erfüllt jedoch nicht die Anforderungen der ISO 50001!

Die Norm fordert sog. SEUs, also Bereiche mit wesentlichem Energieeinsatz, zu definieren, und für jeden SEU unter Berücksichtigung der jeweiligen veränderlichen Einflussfaktoren (z.B. Produktionsmenge oder Wetter), eine EnPI zu bestimmen. Viele Unternehmen bilden für diese Zwecke sog. spezifische Energieverbräuche, oft sogar ohne zu prüfen, ob es überhaupt einen Zusammenhang zwischen dem Energieverbrauch und der Variable gibt. Dabei ist dies mit wenigen Mausklicks möglich.

Es kann jedoch der Fall eintreten, dass zwei oder sogar mehr veränderliche Einflussfaktoren (Variable) den Energieverbrauch signifikant beeinflussen. Dann müssen statistische oder technische Modelle entwickelt werden. Was theoretisch klingt, sind oft nur lineare Gleichungen mit ein oder zwei Variablen.  Sie zu finden und richtig mit ihnen umzugehen, erfordert ein gewisses Maß an mathematischen und statistischen Grundkenntnissen. Daher gibt es seit Frühjahr 2020 ein Online Training EnPI Modelle nach ISO 50001, in dem der Umgang mit statistischen Modellen im Detail erklärt und vor allem geübt wird.

Die Normänderungen und die Umstellung der Zertifizierungen sind nun weitgehend abgeschlossen, die Umstellungen in den Unternehmen weitestgehend erfolgt. Gibt es neue Trainings?

Zunächst bleibt festzuhalten, dass Auditorenschulungen unabhängig von aktuellen Normänderungen sind. Ich gebe auch aktuell immer noch IRCA Kurse zur ISO 14001. Der HSE Bereich ist stark geprägt von rechtlichen Änderungen. Hier ergeben sich immer neue Themen. Aber auch dauerhafte Themen, wie z.B. der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV), wären es Wert, im Rahmen eines Update Seminars im Detail besprochen zu werden. Ich könnte mir auch vorstellen, dass einzelne Themen wie z.B. die „energetische Bewertung“ in kürzeren Online-Seminaren von Interesse sein könnten. Gut gestaltet und eine funktionierende Technik auf allen Seiten vorausgesetzt, haben sich Online Seminare als echte Alternative zu Präsenzschulungen entwickelt. Jedoch sollte man bedenken, dass der soziale Austausch in Online Seminaren nicht im gleichen Maße möglich ist, wie in einer Präsenzschulung.

Vielen Dank für das informative Gespräch Herr Dr. Pautmeier!

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