Die Foundation FSSC hat Anfang Mai die Version 7 des weltweit anerkannten Lebensmittelstandards FSSC 22000 veröffentlicht. Die Revision stärkt die bestehenden Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit und erweitert das Zertifizierungsschema zugleich um gezielte Nachhaltigkeitsaspekte. Damit reagiert der Standard auf steigende Anforderungen sowie neue Erwartungen der Global Food Safety Initiative (GFSI).
Für Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette ergeben sich daraus relevante Neuerungen.
FSSC 22000 V7: Hintergrund der Revision
Die Aktualisierung des Lebensmittelstandards FSSC 22000 auf Version 7 wurde im Wesentlichen durch die folgenden fünf Treiber bestimmt:
- Einbindung der neuen 22002-x:2025-Reihe – insbesondere Integration der überarbeiteten Prerequisite Programmes (PRPs)
- Anpassung des Zertifizierungssystems an die Benchmarking-Anforderungen der Global Food Safety Initiative (GFSI) von 2024
- Stärkere Ausrichtung der Anforderungen an den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs)
- Festlegung einer klareren Struktur für die Einteilung der (Unter-)Kategorien der Lebensmittelkette
- Redaktionelle Änderungen und Ergänzungen im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung
Zentrale Neuerungen der Version 7 auf einen Blick
Umstellung auf die neue ISO 22002-x:2025-Normenreihe
Mit Version 7 erfolgt eine Umstellung von den bisherigen Prerequisite Programs (PRPs), nämlich dem BSI PAS (Publicly Available Standard) und der ISO/TS 22002-x (Technische Spezifikationen), auf die neue ISO 22002-x:2025-Reihe. Hintergrund hierfür ist die grundlegende Umstrukturierung und Modernisierung der PRP-Anforderungen durch die Internationale Organisation für Normung (ISO).
Die im Juli 2025 veröffentlichte neue ISO-Reihe enthält einen vereinheitlichten PRP-Basisstandard, ISO 22002-100:2025, der gemeinsame Anforderungen entlang der gesamten Lebensmittelkette zusammenfasst und Doppelungen, Abweichungen sowie die Komplexität der bisherigen ISO/TS-Dokumente reduziert. Ergänzt wird dieser durch branchenspezifische Teile, die auf den Tätigkeitsbereich der Organisation abgestimmt sind.
Stärkere Ausrichtung der Anforderungen an den UN-Nachhaltigkeitszielen
Um Lebensmittelverluste und -verschwendung weiter zu reduzieren sowie nachhaltige Lebensmittelverpackungen zu fördern, wurde die Version 7 um einige der „Save Food Packaging“-Designprinzipien ergänzt, die vom Australasian Institute of Packaging (AIP) entwickelt und von der World Packaging Organization (WPO) international verbreitet wurden.
Die Designprinzipien gelten für alle nach FSSC 22000 zertifizierten Organisationen, die an der Gestaltung von Verpackungsmaterialien beteiligt sind. Damit wird ein klarerer Bezug zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) der UN hergestellt.
Präzisere Struktur der Food Chain Categories
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der FSSC 22000 Version 7 ist die deutlichere und stärker strukturierte Einteilung der Lebensmittelkette sowie ihrer (Unter‑)Kategorien. Durch diese präzisere Zuordnung soll sichergestellt werden, dass Organisationen eindeutig eingeordnet werden können und Audits stärker auf den jeweiligen Tätigkeitsbereich zugeschnitten sind. Die überarbeitete Struktur trägt dazu bei, die Vergleichbarkeit von Zertifizierungen zu verbessern und die Zuordnung geeigneter Auditorenkompetenzen zu erleichtern.
Aktualisierte Anforderungen an Auditorenkompetenz
Ein zusätzlicher Schwerpunkt der Version 7 liegt auf den Qualifikationsanforderungen für Auditorinnen und Auditoren. Diese wurden an die Benchmarking Requirements von 2024 der Global Food Safety Initiative (GFSI) angepasst und konkreter an die Food Chain Categories geknüpft. Damit rücken fachliche Kompetenzen in Bezug auf Produkte, Prozesse, gesetzliche Anforderungen und branchenspezifische Praktiken stärker in den Fokus. Für zertifizierte Organisationen bedeutet dies, dass Audits künftig noch gezielter auf den jeweiligen Unternehmenskontext ausgerichtet sein werden.
Redaktionelle Anpassungen
Darüber hinaus umfasst Version 7 redaktionelle Anpassungen sowie strukturelle Klarstellungen. Diese zielen darauf ab, den Aufbau übersichtlicher zu gestalten, Begriffe präziser zu definieren und die Anforderungen insgesamt verständlicher darzustellen. Dadurch sollen Interpretationsspielräume verringert und die Umsetzung in der Praxis erleichtert werden.
Zeitplan und Übergangsfristen
Für die Umstellung auf Version 7 ist eine 12-monatige Übergangsfrist vorgesehen. Audits nach Version 6 sind noch bis zum 30. April 2027 zulässig. Ab dem 1. Mai 2027 bis zum 30. April 2028 sind Upgrade-Audits nach der neuen Version 7 durchzuführen.

Unternehmen wird empfohlen, sich frühzeitig mit den aktualisierten Anforderungen – insbesondere den geänderten PRPs sowie Nachhaltigkeitsaspekten – auseinanderzusetzen, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen.
Wie sich Unternehmen auf die Umstellung vorbereiten können
Um den Übergang auf FSSC Version 7 strukturiert und effizient zu gestalten, ist ein frühzeitiges und systematisches Vorgehen ratsam.
Fazit
Die FSSC 22000 Version 7 stellt weniger eine umfassende Überarbeitung als vielmehr eine strukturierte Weiterentwicklung des Standards dar. Sie stärkt die internationale Harmonisierung, integriert Nachhaltigkeit systematisch in das Lebensmittelsicherheitsmanagement und trägt aktuellen Entwicklungen Rechnung. Damit bietet die Revision Unternehmen die Möglichkeit, ihre bestehenden Systeme noch gezielter an zukünftige regulatorische, marktseitige und nachhaltigkeitsbezogene Anforderungen anzupassen.