Anke Wiedau

BV-GESICHT
 
Kurswechsel: Vom Kapitän zum Surveyor
 
 
 
 
 

Anke Wiedau, Surveyor Marine Customer Center Hamburg

Im Marine Customer Center am Veritaskai in Hamburg-Harburg laufen die Fäden zusammen, wenn es an Bord Probleme gibt. Sobald das Telefon klingelt, weiß Anke Wiedau, dass es Zeit ist zu handeln. Sie ist die Schnittstelle zwischen den Nöten der Schiffs-Manager und den Entscheidungen der Flaggenstaaten.

„In meinem Job geht es darum, schnell und effektiv zu reagieren. Wenn ein Schiff ein Problem hat, sind wir die ersten Ansprechpartner. Wir suchen nach Lösungen, die unsere Kunden zufriedenstellen und die Flaggenstaaten akzeptieren können“, erklärt Anke Wiedau ihre zentrale Rolle im Marine Customer Center. Ursprünglich stammt sie aus dem Münsterland. Ihre maritime Karriere begann nach einer zufälligen Begegnung mit einer Ausstellung über Berufe an Bord. „Das hat mich sofort gepackt. Man sagte damals, als Frau sei es von Vorteil vor dem Studium, Schiffsmechaniker zu lernen. Also startete ich 1999 – als eine der ersten weiblichen Schiffsmechaniker Azubis bei Hamburg Süd.“ Nach dem anschließenden Nautik-Studium ging es über die Position des nautischen Wachoffiziers bis hin zum Kapitän zur See. Insgesamt führte sie ihre Karriere auf Containerschiffen zwei Jahrzehnte lang über alle Weltmeere.

Ihre Erfahrungen an Bord waren nicht immer einfach, besonders als Frau. „Ich erinnere mich an einen Vorfall während meiner Schiffsmechanikerausbildung. Wir wurden plötzlich ins Büro gerufen, weil die Einwanderungsbehörde in Buenos Aires nicht glauben konnte, dass Frauen auf Schiffen arbeiten. Sie dachten, wir seien nur als mitreisende Ehefrauen an Bord.“ Erfahrungen wie diese festigten ihre Entschlossenheit und prägten ihr Bewusstsein für mehr Gleichberechtigung in einem traditionell männlich geprägten Arbeitsumfeld. Nach zwanzig Jahren auf hoher See entstand bei Anke Wiedau jedoch der Wunsch, wieder dauerhaft an Land zu leben. Wichtige Lebensereignisse waren ohne sie geschehen: Hochzeiten, Geburtstage, Beerdigungen. „Man verpasst so viel! Dies wurde mir besonders klar, als wir während der Covid-Pandemie mehr als sechs Monate festsaßen und nirgendwo an Land gehen konnten. Da beschloss ich, dass es an der Zeit ist, näher bei meiner Familie und meinen Freunden zu sein.“

Doch auch wenn Anke Wiedau ihr Leben nun an Land genießt, bleibt die Verbindung zur See bestehen. „Ich bekomme immer noch viele Fotos geschickt – von Walen, Delphinen und atemberaubenden Sonnenuntergängen – die auf den Weltmeeren geknüpften Freundschaften sowie die Erinnerungen an diese Zeit sind unbezahlbar.“


 

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