IM GESPRÄCH MIT...
Jack Liman, Commercial Director unseres Software-Partners OrbitMI
Gemeinsam mit Zukunftstechnologien für eine grünere Schifffahrt
Digitalisierung spielt eine Schlüsselrolle bei der Energiewende
Seit letztem Jahr zählt der Software-Spezialist OrbitMI zu unserem Partnernetzwerk. Das Spin-off des schwedischen Schifffahrtsunternehmens Stena Bulk mit Sitz in New York hat eine Software entwickelt, die mithilfe der KI-gestützten Analyse von Kennzahlen wie Wetterdaten, Motorstatus und Rumpfbedingungen Schiffseignern zu einer verbesserten Schiffsleistung verhilft. Die datengesteuerten Handlungsempfehlungen der Software ermöglichen zum Beispiel eine exakte Planung von Routen oder Hafeneinfahrten. Zeitpläne lassen sich präzisieren und der Verbrauch von Kraftstoff sowie CO2-Emissionen reduzieren. Kurz: Arbeitsabläufe lassen sich effizienter und nachhaltiger gestalten.
Ein wesentlicher Pluspunkt besteht darin, dass weder eine Hardware noch eine Installation für den Einsatz der OrbitMI-Software notwendig sind. Als Plattform basiert sie auf einer modularen Architektur, die in die bestehenden Softwareprogramme, APIs, Datenquellen und interne Systeme der Endbenutzer integriert wird. Selbst in zukünftigen Systemen kann sie eingefügt werden und bietet so die Flexibilität, die unsere sich ständig verändernde Arbeitswelt erfordert. Mit dieser Partnerschaft begleiten wir unsere Kunden auf ihrem Weg zu den Null-Emissions-Zielen der IMO, auf dem die Digitalisierung eine Schlüsselrolle spielt.
Jack Liman, Commercial Director bei OrbitMI, ist mit den Herausforderungen sowie Lösungsansätzen der maritimen Digitalisierung und Dekarbonisierung vertraut. Wir haben mit ihm über unsere Partnerschaft und Ziele, Datenaustausch und Cyber Security gesprochen.
Seit letztem Jahr vereinen wir unsere Kräfte, um die Digitalisierung in der maritimen Welt weiter voranzutreiben. Welches sind die wichtigsten Chancen, die aus unserer strategischen Partnerschaft entstehen?
Jack Liman: Die Kunden von Bureau Veritas profitieren auf vielschichtige Weise. Aus dem Knowhow vieler Akteure schaffen wir ein solides, vernetztes digitales Ökosystem, auf dessen Basis sich Entscheidungen schneller treffen, Arbeitsabläufe effizienter gestalten und Emissionen reduzieren lassen – alles wichtige Bausteine, um die Null-Emissions-Ziele der IMO zu erreichen.
Was bedeutet die Partnerschaft für Bureau Veritas Kunden?
Liman: Diese Partnerschaft ist ein echter Meilenstein und der Mehrwert für Nutzer enorm. Nicht nur erleichtert unsere Software die Kommunikation zwischen Schiffseignern und Charterern. Wir bündeln und kuratieren umfangreiche, für die Schifffahrt relevante Daten. Dieses gebündelte Wissen bildet eine solide Datenbasis auf unserer Plattform. Die bestehende Softwarestruktur der Kunden kann dabei bestehen bleiben. Diese Doppelrolle von OrbitMI als Anbieter von Softwarelösungen und Aggregator von Systemen und Daten ist sehr nützlich für Schifffahrtsunternehmen, die die Anforderungen der Dekarbonisierung erfüllen wollen.
Wenn wir über digitale Lösungen sprechen, kommt ein Thema immer wieder auf: Cybersicherheit. Wie gewährleisten Sie die Sicherheit Ihrer Kunden?
Liman: Die vorausschauenden Analysen und KI-gesteuerten Tools unserer Software-as-a-Service-Dienstleistung (SaaS) unterstützen die maritime Branche gezielt darin, effizienter, profitabler und nachhaltiger zu handeln. Dies ist nur mit Daten möglich, die solche intelligent vernetzten Workflows gestatten. Dabei ist es für uns grundlegend, dass alle Daten optimal geschützt sind. Unser System ist eine kontinuierlich optimierte Cloud-Lösung. Tatsächlich ist Sicherheit einer der wichtigsten Vorteile unserer SaaS-Software.
Wie beurteilen Sie den aktuellen Stand in der maritimen Wirtschaft, welche Entwicklungen erwarten Sie?
Liman: Ein rascher technologischer Wandel, Wettbewerbsdruck und komplexe Regularien beschleunigen die digitale Transformation in der Schifffahrtsbranche. Datengetriebene Strategien fördern Effizienz und Fachwissen, Planbarkeit und Rentabilität. Konkret: Regulatorische Anforderungen lassen sich leichter erfüllen, Entscheidungen sicherer treffen, Dekarbonisierungsziele schneller erreichen. Alles Dinge, die auch die Arbeitszufriedenheit verbessern. Die Digitalisierung trägt also maßgeblich zu einer allgemein positiven Weiterentwicklung der Branche bei.
Was raten Sie Reedereien und Schiffseignern, die sich mit der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse und ihres Flottenmanagements auseinandersetzen?
Liman: Mein Rat: “Take action now.” Für viele Unternehmen ist der Weg zur Digitalisierung zunächst unübersichtlich. Führen Sie daher in einem ersten Schritt intern eine sorgfältige Prüfung durch. Formulieren Sie Ihre Ziele und langfristigen Strategien sowie Ihre Anforderungen an einen Software-Partner so präzise wie möglich. Darauf aufbauend, lassen sich dann alle weiteren Schritte umsetzen.