Britta Schulz

BV-BOOTSCHAFTERIN
 
Im Ozean der Umweltvorschriften
 

Britta Schulz, Head of Environment North Europe Zone


Ständige Neuerungen bei den Umweltvorschriften stellen Reedereien und Schiffseigener vor große Herausforderungen. Bureau Veritas Marine & Offshore hat daher eine spezialisierte Taskforce ins Leben gerufen, die ihren Kunden in dem Meer der Regularien mit praxisnaher Hilfe beiseite steht. Welche Änderungen im neuen Jahr auf uns zukommen und welche Auswirkung diese auf die Schifffahrt haben, erklärt unsere BOOTschafterin Britta Schulz, Head of Environment North Europe Zone.

Internationale Vorgabe: Der Ship Energy Efficiency Management Plan II (SEEMP II) 

Auf internationaler Ebene ist 2019 der Ship Energy Efficiency Management Plan II (SEEMP II) in Kraft getreten, der nun erneuert wurde. Künftig ist es erforderlich, nicht nur den gesamten Verbrauch fossiler Brennstoffe zu erfassen, sondern zusätzlich den spezifischen Bedarf jedes einzelnen Verbrauchers an Bord – eine detailorientierte, komplexe Datenerfassungsaufgabe.

Ein Blick auf Europa: Monitoring, Reporting and Verification (MRV)-Regelungen 

Neben den internationalen IMO-Regularien bestehen viele europäische Umweltvorschriften, die unter dem Dach der „Monitoring, Reporting, and Verification“-Verordnung (MRV) umgesetzt werden. Seit 2018 sind alle Reedereien verpflichtet, ihre CO₂-Emissionen bei der European Maritime Safety Agency (EMSA) zu melden. Ein zentrales Element dieser Regelungen ist der Handel mit Treibhausgasemissions-Zertifikaten im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems (EU ETS). 

Bisher war dieser Handel in der Schifffahrt kostenfrei, doch ab 2025 werden Gebühren für den Emissionshandel auf der Basis der CO₂-Emissionen des Vorjahres (2024) fällig. Diese Veränderungen stellen eine erhebliche finanzielle Belastung für die Reedereien dar, da sie sowohl ihre Emissionen weiter reduzieren als auch mit steigenden Kosten für die CO₂-Zertifikate rechnen müssen. Dies soll Reedereien motivieren, verstärkt in umweltfreundlichere Technologien und Kraftstoffe zu investieren, um die Kosten des Emissionshandels zu senken und gleichzeitig den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden.

Die FuelEU Maritime (FEUM): Rechtsakt zur Dekarbonisierung des Seeverkehrs

Um den Seeverkehr nachhaltiger zu gestalten, kombiniert die FuelEU Maritime-Verordnung (FEUM) verschiedene Maßnahmen zur Emissionsreduktion, darunter auch die Nutzung von Landstrom in Häfen. Dieser ermöglicht es vor allem Container- und Kreuzfahrtschiffen, ihre Emissionen während der Liegezeit deutlich zu senken. Das Hauptziel von FEUM ist es aber, die Nachfrage nach erneuerbaren und kohlenstoffarmen Kraftstoffen zu steigern. Ab 2025 gelten daher strengere Vorgaben: Schiffe in der EU müssen ihren CO₂-Ausstoß pro Transportleistung weiter reduzieren. Das stellt Reeder vor große Herausforderungen: Biokraftstoffe und synthetische Kraftstoffe sind oft teurer und noch weniger verfügbar als fossile Brennstoffe. Zudem erfordert die Umstellung auf neue Antriebssysteme hohe Investitionen. Landstrom bietet hier eine kurzfristige Lösung, um Emissionen zumindest im Hafenbetrieb effektiv zu senken – bis alternative Kraftstoffe umfassender verfügbar und wirtschaftlich tragfähig sind.

Weitere neue Regelungen in Europa: UK MRV und ECAs in Norwegen und Kanada

Parallel zu den EU-Vorgaben existiert nun auch ein System zur Erfassung von CO2-Emissionen (MRV) speziell für das Vereinigte Königreich, das sogenannte UK MRV. Reeder, die Schiffe in britischen Gewässern und Häfen betreiben, welche britische Häfen anlaufen oder von dort aus verkehren, müssen sich mit den besonderen Anforderungen des UK MRV befassen. Dies kann zu zusätzlichen Kosten für die Datenerhebung, Berichterstattung und Verifizierung führen. Auch in Norwegen und Kanada stellen neue Emission Control Areas (ECAs) rund um Schwefelgrenze für Treibstoffe und die Emissionen von Stickoxiden die Reedereien weltweit vor einen erheblichen Zusatzaufwand.

Das Ziel einer emissionsfreien Welt ist gut, der Weg dahin jedoch nicht immer leicht. 
Für Reedereien ist es keine leichte Aufgabe, hier den Überblick zu behalten, alle Daten zu erheben und sämtliche Belastungen zu antizipieren und optimal zu planen. Den damit verbundenen Mehraufwand und die steigenden Kosten müssen sie jedoch dringend in ihren Strategien berücksichtigen.

Für Sie da: Die Umwelt-Taskforce von Bureau Veritas Marine & Offshore 

Um Sie noch besser durch den Ozean der Umweltvorschriften zu führen und dem erheblichen Mehraufwand an Beratung und Prüfungen gerecht zu werden, hat Bureau Veritas Marine & Offshore jetzt eigens ein Umweltteam für Nordeuropa ins Leben gerufen. Unsere drei Experten der Umwelt-Taskforce Britta Schulz, Lucas Kästner und Dominik Bertsch kümmern sich ausschließlich um diese sehr spezifischen Themen und stehen Ihnen mit einem Überblick über alle Regelungen und mit Unterstützung bei der Umsetzung und Prüfung zur Seite.
 

Wenden Sie sich gerne per Mail an unsere Umwelt-Taskforce.