EUTR – Fragen und Antworten

1) Was versteht man unter illegalem Nutzholz und Holzerzeugnissen aus illegalem Einschlag?

Es gibt weder eine pauschale Definition von illegalem Nutzholz noch eine allgemeingültige Verordnung in Bezug auf Holzeinschlag.

 

Jedes Land hat seine eigenen spezifischen Verordnungen und Steuersysteme für die Gewinnung und den Export von Holz und daraus hergestellten Produkten.

 

Deshalb kann man allgemein sagen, dass illegales Nutzholz unter Nichtbeachtung von geltendem regionalem Recht geschlagenes Holz ist.

 

Die EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) Definition zur Rechtmäßigkeit umfasst (EU Verordnung 995/2010/EC, Artikel 2 (h)):

 

  • Holzeinschlagsrechte in per Gesetz bekannt gegebenen abgesteckten Gebieten
  • Zahlungen für Einschlagsrechte und Holz, einschließlich Gebühren im Zusammenhang mit dem Holzeinschlag
  • Holzeinschlag, einschließlich umwelt- und forstrechtlicher Vorschriften einschließlich solcher zur Waldbewirtschaftung und Erhaltung der biologischen Vielfalt, soweit sie unmittelbar mit dem Holzeinschlag zusammenhängen
  • Landnutzungs- und Grundbesitzrechte Dritter, die von dem Holzeinschlag berührt sind
  • Handel und Zoll, sofern der Forstsektor davon betroffen ist.

 

Der Begriff „Holzerzeugnisse aus illegalem Einschlag“ bezieht sich auf Objekte, die aus hölzernen Materialien hergestellt sind, die im Widerspruch zu den einschlägigen Rechtsvorschriften des Landes geschlagen wurden.


 

Die EUTR hat eine erste Liste von Produkten zusammengestellt, die von der Verordnung betroffen sind (Anhang der EU Verordnung 995/2010/EC).

 

2) Unterliegt mein Unternehmen der EUTR?

Viele Unternehmen, die der Holzindustrie nicht direkt zugehörig sind, sind sich weder bewusst, dass sie der EUTR Verordnung unterliegen, noch kennen sie die  anwendbare Produktpalette.


Produkte, die dem EUTR-Recht unterliegen werden gemäß der Kombinierten Nomenklatur des EU Zolls eingereiht und umfassen:

 

  • Holz (Rundholz, Bohlen, Paneelen, Furniere…)
  • Möbelstücke und Dekorationen aus hölzernen Materialien
  • Zimmerhandwerke und Fertigbauten aus Holz
  • Blanko, unbedruckter Holzstoff und Papier (Karton, Schreibwaren,…)
  • Verpackungen (als eigenständiges Produkt ohne Inhalt)

 

(Eine detaillierte Auflistung finden Sie unter http://ec.europa.eu/environment/eutr2013/index_de.htm )

 

Von der EUTR ausgeschlossen sind Produkte, die den Produktlebenszyklus abgeschlossen haben (recycelte Produkte) und bedruckte Medien wie Bücher und Zeitschriften.


Einige Produkte im Bereich dieser Verordnung sind Alltagsprodukte (Verpackung, Schreibwaren, etc.), die von Firmen erworben werden, die nicht im Holz- oder Forstwirtschaftssektor spezialisiert sind.


Sie werden als Marktteilnehmer im Sinne der EUTR angesehen, wenn sie diese Produkte von außerhalb Europas importieren.


Eine umfassende Liste der Produkte, die in diesen Bereich fallen, finden Sie auf der Webseite der EU Holzhandelsverordnung 2013.

 

3) Wer wird die gesetzlichen Kontrollen durchführen? Welche Risikoarten und Sanktionen sind geplant?

Die EUTR ist keine vom Zoll umgesetzte Verordnung. Das bedeutet, dass Kontrollen aller Voraussicht nach nicht an den EU-Grenzen stattfinden werden, wenn die Güter in den Markt eingeführt werden.

 

In jedem Land wurde eine zuständige Behörde berufen, die verantwortlich für die Überprüfung von Marktteilnehmern und Händlern ist.

 


Kontrollen werden auf dem Gelände der Marktteilnehmer stattfinden und sich auf vorhandene dokumentierte Beweise stützen, dass die Marktteilnehmer ausreichend der Due Diligence nachgekommen sind, bevor sie die Waren auf dem Markt platziert haben (z. B. Zollabfertigung).


Die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union bereiten ihre Straf- und Kontrollsysteme darauf vor, die Verordnung  durchzusetzen. Während die Strafen vollständig offengelegt werden und die Beschlagnahmung der Waren, Handelsverbote und abschreckende Bußgelder oder Gefängnis beinhalten, werden die Kontrollpläne vertraulich bleiben.


Nichtsdestotrotz werden die Kontrollen nach einem risikobasierten Ansatz festgelegt. Es gibt eine Reihe von Faktoren, welche auf die Dringlichkeit einer Kontrolle hindeuten können:

 

 

  • Art und Ausmaß der Maßnahmen
  • Art und Herkunft der am Markt angebotenen Waren
  • Einsatz eines Due Diligence Systems (System zur Durchführung sorgfältiger Risikoprüfung)
  • Vorhandensein einer externen Zertifizierung

 

4) Wann werden die Kontrollen beginnen?

Die zuständigen Stellen werden nach und nach mit der Kontrolle der Marktteilnehmer und Händlern beginnen, wenn das Strafsystem in Kraft getreten ist. Dieses Projekt wird derzeit in allen 27 Mitgliedsstaaten realisiert.


Unabhängig davon ist die EUTR seit dem 03. März 2013 in Kraft. Von diesem Moment an sind Unternehmen dazu verpflichtet, Due Diligence anzuwenden, wenn sie ein Produkt, was der EUTR unterliegt, auf dem Europäischen Markt inverkehrbringen.

 

Alle Informationen bzgl. der Due Diligence Prüfung des Unternehmens sind 5 Jahre aufzubewahren. Die Behörden werden in diesem Sinne in der Lage sein, noch 5 Jahre nach der eigentlichen Bewertung zu überprüfen, ob eine Due Diligence Prüfung stattgefunden hat.

 

Deshalb ist die Einhaltung der Verordnung ab dem 03. März 2013 bindend, auch wenn in den kommenden Wochen keine Kontrollen von Behörden zu erwarten sind.


5) Kann ich davon ausgehen, dass ich in Übereinstimmung mit EUTR handele, wenn ich nach
OLB / FSC® / PEFC zertifiziert bin?

 

Die EUTR bedarf keiner Zertifizierung, und es kann nicht von einer automatischen Konformitätsgarantie in Bezug auf die EUTR ausgegangen werden.

 

Nichtsdestotrotz ist die Zertifizierung ein großer Vorteil, wenn das Risiko einer illegalen Herkunft des Produktes bewertet wird. Dies wurde in der und den neuesten Leitlinien der Europäischen Kommission ausdrücklich erwähnt.

 

Eine Zertifizierung ist demnach für Marktteilnehmer nicht ausreichend. Unternehmen, die von zertifizierten Lieferanten kaufen, müssen weitere Untersuchungen über ihre Lieferanten anstellen, um Risiken zu bewerten und zu mindern und müssen die Zertifizierung einem kritischen Blick unterziehen (fallen die gekauften Produkte in den Anwendungsbereich der Zertifizierung? Ist das Zertifizierungsprogramm in dem jeweiligen Land in Kraft?).

 

Als eine Zertifizierungsgesellschaft für FSC®, PEFC und OLB hegen wir keine Zweifel bzgl. des Wertes, den eine Zertifizierung leisten kann; wir erkennen aber auch die verbleibenden Lücken im Vergleich zur EUTR.


Wir bieten unseren zertifizierten Kunden, die Teil unserer Due Dilligence Plattform werden möchten, vorteilhafte kaufmännische Bedingungen.

 

6) Wie unterstützt Bureau Veritas Certification Kunden bei der Einhaltung der EUTR Verordnung?

Bureau Veritas Certification hat eine umfassende Due Dilligence Lösung für die Nutzholz-Verordnung entwickelt, unterstützt von einem Rückverfolgungssystem; sie ermöglicht unseren Kunden, ihre Due Dilligence auszulagern und von unseren regionalen Experten erledigen zu lassen.


Die Bewertung der Gesetzmäßigkeit eines Produktes erfordert regionale Sprachkenntnisse und ein umfassendes Wissen der EUTR Verordnung. Dies ist die tägliche Arbeit unseres weltweiten Auditoren-Netzwerks.

 

7) Welche Minderungsmaßnahmen führt Bureau Veritas Certification ein?

Um jeden Zweifel über die illegale Herkunft eines Produktes zu beseitigen, werden die Minderungsmaßnahmen darauf abzielen, sich Klarheit über die vorhandenen Informationen und die geprüften Bedingungen vor Ort zu verschaffen.

 

Unser Due Dilligence System wurde entworfen, einfache und kosteneffektive Minderungsmaßnahmen vorzunehmen, die sich im Umfang an den vorgefundenen Risiken orientieren:

 

  • Zusätzliche Überprüfung der Dokumentation: Im Falle, dass zusätzliche Informationen gefunden werden
  • Audit in den Geschäftsräumen: Audit auf dem Gelände des Kunden, um administrative und operative Vorgehensweisen zu überprüfen (für verarbeitende Unternehmen und Handelsfirmen)
  • Außen-Audit vor Ort: Audit auf dem Gelände des Kunden (Wald)
  • Risikobewertung des Lieferanten (tier-2): In diesem Fall wird Bureau Veritas den Lieferanten in dem jeweiligen Land kontaktieren und in unser System einpflegen


Einige dieser Minderungsmaßnahmen bedürfen des Besuchs eines Auditors. Ist dies der Fall, können wir unser Due Dilligence Audit mit einer Gap-Analyse oder einem Zertifizierungsaudit kombinieren, um unsere Kunden zu unterstützen, die Konformität zu bewerten und gleichzeitig die Kosten niedrig zu halten.

 

8) Vertraulichkeit des Systems?

Unser System funktioniert im Wesentlichen wie ein Soziales Netzwerk. Jeder Nutzer ist in der Lage, die Informationen, die er anderen Nutzern des Systems offenlegen möchte, zu konfigurieren. Bureau Veritas Certification behandelt alle Informationen vertraulich.

 

9) Ich bin ein Wiederverkäufer mit Hunderten von Lieferanten. Wie werden die Kosten innerhalb der Lieferkette aufgeteilt?

Unser System ermöglicht es, die Kosten der Lieferketten-Bewertung zwischen allen Nutzern zu verteilen.


Alle Unternehmen, die sich an diesem System beteiligen, werden durch Bureau Veritas bewertet. Diese Bewertung betrifft die Lieferanten und wird den Anwendungsbereich der Produkte festlegen, die durch unser Due Dilligence System abgedeckt sind.


Die Lieferanten von Handelsfirmen werden dann für alle ihre Kunden zulässig und dürfen diese in unser System einladen. Die Lieferanten sind daraufhin verantwortlich für ihre individuellen Kosten der Überprüfung. 

 

Daher bleiben die Kosten durch einen fortlaufenden, Risiko-basierten Ansatz begrenzt.

 

10) Wie kann Ihr System von den gesetzlichen Kontrollen profitieren?

Unser System speichert alle Informationen, die während eines Due Dilligence Prozesses gesammelt werden. Alle für eine gesetzliche Kontrolle nötigen Informationen werden in unser Rückverfolgungssystem übertragen und im Falle einer gesetzlichen Kontrolle zugänglich gemacht.

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Kundenservice:
+49 40 2362 - 5701
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